{"id":699,"date":"2021-12-02T17:27:49","date_gmt":"2021-12-02T16:27:49","guid":{"rendered":"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/?page_id=699"},"modified":"2021-12-03T09:40:31","modified_gmt":"2021-12-03T08:40:31","slug":"rebholz-wegkreuze","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/frank-lennig.de\/page\/malerei-bildhauerei\/rebholz-wegkreuze\/","title":{"rendered":"Rebholz \u2013 Wegkreuze"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>&#8222;Rebholz \u2013 Wegkreuze&#8220; in Vogtsburg \/ Kaiserstuhl<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die Wegkreuze bestehen aus alten &#8222;Kaiserst\u00fchler&#8220; Rebknochen,\u00a0als Zeichen des Ursprungs, dieser stark vom Weinbau gepr\u00e4gten Region. Sie erinnern\u00a0teilweise\u00a0sehr an die menschliche Anatomie. Haupts\u00e4chlich\u00a0wurden\u00a0vor Ort befindliche Materialien, alte Eichenholzbalken und Naturstein verwendet.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das Thema &#8222;Personal Jesus&#8220;, symbolisch f\u00fcr Einfachheit und Gerechtigkeit, soll den Betrachter bez\u00fcglich seines eigenen Zugangs zur Religion herausfordern.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die &#8222;Wegkreuze&#8220; sind Skulpturen, die in freier Natur aufgestellt und der Witterung ausgesetzt werden. Sie gehen einen Dialog mit den zersetzenden Kr\u00e4ften ein, gleich &#8222;interaktiver Kunst&#8220;, mutieren und bezeugen zugleich die zeitliche Komponente der Verg\u00e4nglichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das Projekt&nbsp; wurde gef\u00f6rdert durch ein Stipendium des<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/mwk.baden-wuerttemberg.de\/de\/startseite\/\" target=\"_blank\"><strong>Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-W\u00fcrttemberg<\/strong><\/a>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_2376-scaled.jpg\"><img src=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_2376-scaled.jpg\" alt=\"wegkreuz\" data-id=\"701\" data-full-url=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_2376-scaled.jpg\" data-link=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/img_2376\/\" class=\"wp-image-701\"\/><\/a><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_2374-scaled.jpg\"><img src=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_2374-scaled.jpg\" alt=\"wegkreuz\" data-id=\"704\" data-full-url=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_2374-scaled.jpg\" data-link=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/img_2374\/\" class=\"wp-image-704\"\/><\/a><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Ich ward geboren um die Welt zu retten.<br>Das Heil der Menschen durch mich erf\u00fcllt.<br>Vermochte l\u00f6sen beschwerlich Ketten.<br>Einzig durch Liebe im Wort verh\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Stets im Sinn war mir Vergebung.<br>Kein Treueschwur noch Bruderschaft.<br>Ein jeder zu allem sanftm\u00fctig Regung.<br>Ein eigen Haus in stiller Kraft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Zeit enthoben und doch verbunden.<br>Ein Hauch, ein seufzend Atemzug.<br>Tr\u00f6stend all der Lasten Wunden.<br>Gleich welch Bedauern ein Kuss betrug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das Bleiben ja w\u00fcnsch ich mir sehr.<br>Kann ach so leicht nicht weiter ruh\u2018n.<br>Mit einem Mal kein Freibrief mehr.<br>Denn sie wissen was sie tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Gedicht von<br>Alexander Klaus<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">             &#8211; Ich bin ein Kaiserst\u00fchler &#8211;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_E2396-scaled.jpg\"><img src=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_E2396-scaled.jpg\" alt=\"\" data-id=\"703\" data-full-url=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_E2396-scaled.jpg\" data-link=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/img_e2396\/\" class=\"wp-image-703\"\/><\/a><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_2394-scaled.jpg\"><img src=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_2394-scaled.jpg\" alt=\"\" data-id=\"702\" data-full-url=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/IMG_2394-scaled.jpg\" data-link=\"http:\/\/frank-lennig.de\/page\/img_2394\/\" class=\"wp-image-702\"\/><\/a><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die aktuelle Rede ist die von der Entwesung unserer Herkunft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Der Rebstock ist in seiner Urspr\u00fcnglichkeit unverr\u00fcckbar mit der agri-kulturellen Nutzung des Kaiserstuhls verbunden. Ebenso das Jesus-Kreuz, als moralischer Hinweis f\u00fcr die \u00e4rmlich-keusche und karge Haltung im \u00dcberlebensraum der kleinen D\u00f6rfer und der unromantisch-harten Arbeit im Weinberg, um aus ihm die Ernte zu entlocken. So wird aus dem Rebstock und Jesus die Vertikalspannung aus Fluch und Segen. Last und Befreiung. Knechtschaft und Kosmos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Der Kaiserstuhl, in seiner heutigen Gestalt, ist das Ergebnis der sich verbesserten Maschinentechnologien, die den Weinbau, als zentral-landwirtschaftliche Erwerbsquelle, in dieser Form ver\u00e4ndert haben, dass er sich nicht mehr schroff und erbarmungslos hart zeigt, sondern den fr\u00fcheren Beschwerlichkeiten entr\u00fcckt ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">So wurde aus dem zu bearbeitenden Weinberg ein touristisches Ausflugsziel. Eine \u00f6nologisch homogene Flora, die nicht mehr M\u00fchsal und Plage zur Weingewinnung spiegelt, sondern einzig Sch\u00f6nheitsempfindungen regt. Es scheint, als sei dies zu Beginn aller Zeit so gewachsen. Jedoch tr\u00fcgt dieser Eindruck. Denn alles ist geworden und wurde daraufhin kultiviert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">So bezeugt das Wegkreuz eine Zeit vor unserer und erinnert, als deutlich sichtbares Zeichen, an Vergessenes und mahnt den Mangel an historischem Sinn und ist zeitgleich ein Mahnmal f\u00fcr den Raubbau an Mensch und Natur, wie die zuk\u00fcnftigen Sch\u00e4den, deren Resultate wir heute schon erahnen. So ist dieser Jesus in seiner Darstellung ein Hinweis nicht nur auf den schon herrschenden Zerfall aller nat\u00fcrlich erscheinenden Ver\u00e4u\u00dferungen. Sondern ebenso ausgemergelt, verbraucht und abgenutzt, wie dieser, ist der permanente Zerfall der mentalen \u00dcberh\u00f6hungen aller denkbaren Ideologien und moralischen Wertetafeln, die seit Menschengedenken allgemeing\u00fcltig in Kulturen kodiert sind und als Moralvorstellungen zugleich schon vor Jahrtausenden globalisiert, nun der auslotenden Korrosion neuer Technologien St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zum Opfer fallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">K\u00f6nnen wir, entlang dieses Gottesbildes, so mit der Sch\u00f6pfung weiter umgehen? M\u00fcssen wir nicht im Roden der W\u00e4lder, im Verdr\u00e4ngen vieler Biotope und Verbrauchen von \u00fcbrig gebliebenen Habseligkeiten an nat\u00fcrlicher Urspr\u00fcnglichkeit, uns die Frage nach dem Wohin stellen?<br>Dieser Jesus spricht zu uns einzig mit h\u00f6lzern-baritoner Stimme und verlangt, gleich dem letzten Satz des Gedichts von Rainer Maria Rielke Archaischer Torso Apollos, nach der Betrachtung des Kunstwerks von Auguste Rodin, nur noch eines:<br>\u201eDu musst Dein Leben \u00e4ndern.\u201c<br>F\u00fcr mehr reicht seine Kraft nicht mehr.<br>Welche Kr\u00e4fte werden wir noch aufbringen?<\/p>\n\n\n\n<p>A.J. &#8211; Kaiserst\u00fchler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Rebholz \u2013 Wegkreuze&#8220; in Vogtsburg \/ Kaiserstuhl Die Wegkreuze bestehen aus alten &#8222;Kaiserst\u00fchler&#8220; Rebknochen,\u00a0als Zeichen des Ursprungs, dieser stark vom Weinbau gepr\u00e4gten Region. 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Stets im Sinn war mir Vergebung.Kein Treueschwur noch Bruderschaft.Ein jeder zu allem sanftm\u00fctig Regung.Ein eigen Haus in stiller Kraft. Zeit enthoben und doch verbunden.Ein Hauch, ein seufzend Atemzug.Tr\u00f6stend all der Lasten Wunden.Gleich welch Bedauern ein Kuss betrug. Das Bleiben ja w\u00fcnsch ich mir sehr.Kann ach so leicht nicht weiter ruh\u2018n.Mit einem Mal kein Freibrief mehr.Denn sie wissen was sie tun. Gedicht vonAlexander Klaus &#8211; Ich bin ein Kaiserst\u00fchler &#8211; Die aktuelle Rede ist die von der Entwesung unserer Herkunft. Der Rebstock ist in seiner Urspr\u00fcnglichkeit unverr\u00fcckbar mit der agri-kulturellen Nutzung des Kaiserstuhls verbunden. Ebenso das Jesus-Kreuz, als moralischer Hinweis f\u00fcr die \u00e4rmlich-keusche und karge Haltung im \u00dcberlebensraum der kleinen D\u00f6rfer und der unromantisch-harten Arbeit im Weinberg, um aus ihm die Ernte zu entlocken. So wird aus dem Rebstock und Jesus die Vertikalspannung aus Fluch und Segen. Last und Befreiung. Knechtschaft und Kosmos. Der Kaiserstuhl, in seiner heutigen Gestalt, ist das Ergebnis der sich verbesserten Maschinentechnologien, die den Weinbau, als zentral-landwirtschaftliche Erwerbsquelle, in dieser Form ver\u00e4ndert haben, dass er sich nicht mehr schroff und erbarmungslos hart zeigt, sondern den fr\u00fcheren Beschwerlichkeiten entr\u00fcckt ist. So wurde aus dem zu bearbeitenden Weinberg ein touristisches Ausflugsziel. Eine \u00f6nologisch homogene Flora, die nicht mehr M\u00fchsal und Plage zur Weingewinnung spiegelt, sondern einzig Sch\u00f6nheitsempfindungen regt. Es scheint, als sei dies zu Beginn aller Zeit so gewachsen. Jedoch tr\u00fcgt dieser Eindruck. Denn alles ist geworden und wurde daraufhin kultiviert. So bezeugt das Wegkreuz eine Zeit vor unserer und erinnert, als deutlich sichtbares Zeichen, an Vergessenes und mahnt den Mangel an historischem Sinn und ist zeitgleich ein Mahnmal f\u00fcr den Raubbau an Mensch und Natur, wie die zuk\u00fcnftigen Sch\u00e4den, deren Resultate wir heute schon erahnen. So ist dieser Jesus in seiner Darstellung ein Hinweis nicht nur auf den schon herrschenden Zerfall aller nat\u00fcrlich erscheinenden Ver\u00e4u\u00dferungen. Sondern ebenso ausgemergelt, verbraucht und abgenutzt, wie dieser, ist der permanente Zerfall der mentalen \u00dcberh\u00f6hungen aller denkbaren Ideologien und moralischen Wertetafeln, die seit Menschengedenken allgemeing\u00fcltig in Kulturen kodiert sind und als Moralvorstellungen zugleich schon vor Jahrtausenden globalisiert, nun der auslotenden Korrosion neuer Technologien St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zum Opfer fallen. K\u00f6nnen wir, entlang dieses Gottesbildes, so mit der Sch\u00f6pfung weiter umgehen? 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